Literatur nach Feierabend

"Goethe: Die Leiden des jungen Werthers"
"Plenzdorf: Die neuen Leiden des jungen W."

 

Die Katholische Kirchengemeinde St. Sebastian und das Katholische Bildungswerk Bergstraße und Odenwald setzen in Zusammenarbeit mit der Katholischen öffentlichen Bücherei Lesespaß in Michelstadt die Gesprächsreihe "Literatur nach Feierabend" am 13. September 2010, 20:00 Uhr der Bücherei Lesespaß der katholischen Kirche St. Sebastian, d `Orvillestr. 22, 64720 Michelstadt fort.

Eingeladen sind alle, besonders aber Lesefreudige, die über Literatur ein öffentliches Gespräch führen wollen.

An diesem Abend soll über das Buch "Goethe: Die Leiden des jungen Werthers / Plenzdorf: Die neuen Leiden des jungen W" von Goethe / Plenzdorf gesprochen werden.

Werther, ein intelligenter, hochsensibler, schwärmerischer junger Mann, schreibt zwischen dem 4.5.1771 und dem 23.12.1772 seinem Freund Wilhelm Briefe aus »Wahlheim«, in denen er ihm sein Innerstes eröffnet, seine Begeisterung über Natur und Liebe, seine Verzweiflung über deren Aussichtslosigkeit und über gesellschaftliche Zurücksetzung. Werther verliebt sich in Lotte, die zumindest seine aus der empfindsamen Literatur gespeiste Gefühlssprache erwidert.

Als ihr Verlobter, der brave Albert, von einer Reise heimkehrt, schließt man Freundschaft, doch Werthers Eifersucht wird, wie seine Briefe verraten, immer drängender. So schlägt die anfangs enthusiastische Stimmung, die ihn auch das ländliche Idyll im Horizont seiner R Homer-Lektüre interpretieren lässt, allmählich um in Pessimismus und Todessehnsucht, symbolisiert durch das Lesen in James McPhersons (1736 bis 1796) Ossian. Als er die Geliebte allein antrifft, kommt es noch einmal zu einer harmonischen Szene; beide sind »fürchterlich« bewegt, ihre Gefühle füreinander sprechen sich in Tränen aus, doch begegnet Lotte Werthers Küssen durch die Flucht ins Nebenzimmer. Der junge Mann schreibt einen Abschiedsbrief, leiht von Albert ein Paar Pistolen, kleidet sich wie beim Kennenlernen Lottes – es ist die nachmals berühmte »Werther«-Tracht mit blauem Frack und gelber Weste – und erschießt sich.

Der 17-jährige Edgar Wibeau nimmt einen Streit mit seinem Vorgesetzten zum Anlass, seine Lehre in einem Metall verarbeitenden Betrieb abzubrechen und geht nach Berlin. Dort richtet er sich in einer verlassenen Gartenkolonie ein und findet ein Reclamheft. Dass es sich dabei um R Goethes Roman Die Leiden des jungen Werther handelt, weiß er nicht, weil er Titelblatt und Nachwort als Toilettenpapier benutzt. Von der Lektüre beeindruckt, verwendet Edgar fortwährend Zitate aus dem Werk. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich bei einer Malerkolonne: Nachdem deren Projekt, die Entwicklung eines Farbspritzgeräts scheitert und Edgar beinahe aus der Kolonne fliegt, baut er in seiner Laube an einem eigenen Gerät. Bei dessen Inbetriebnahme erleidet er schließlich einen tödlichen Stromschlag.

Es ist wichtig, das Buch bis zu dem Abend gelesen zu haben.

Die Moderation des Abends übernimmt Dr. Frank Meessen.

Kostenbeitrag: 2,- Euro.

Veranstalter:
Katholisches Bildungswerk Bergstraße und Odenwald
Katholische Kirchengemeinde und Kath. öffentliche Bücherei Lesespaß St. Sebastian in Michelstadt

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